Industrieforum - Zunkunft.4

 

Rund 150 Unternehmer und Experten diskutieren beim 4. c-Port IndustrieForum

SATERLAND. Die Wirtschaft hat in Nordwestdeutschland eine gute Zukunft vor sich – vorausgesetzt, Unternehmen und Politik stellen in den kommenden Jahren die richtigen Weichen. Das war der einhellige Tenor beim 4. IndustrieForum am Freitagabend (15. April) im c-Port am Küstenkanal. Rund 150 Gäste verfolgten die Vorträge und Diskussionen hochkarätiger Referenten unter dem Motto „Zukunft.4“. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Lies die Infrastruktur als wichtigen Standortfaktor. Als Beispiel und großen Erfolg nannte er die Aufnahme des Küstenkanalausbaus in den Bundesverkehrswegeplan. Nun müssten weitere Projekte in die Tat umgesetzt werden wie der Bau der Küstenautobahn A20 oder der Ausbau der Europastraße E233 durch die Landkreise Cloppenburg und Emsland.

Überraschend positiv sieht es im Nordwesten, im Gegensatz zu vielen anderen Regionen in Deutschland, mit der demographischen Entwicklung aus. Speziell im Landkreis Cloppenburg gebe es ein besonders hohes Potenzial. So steigt der für die Wirtschaft und die Fachkräftegewinnung besonders wichtige Bevölkerungsanteil der 25 bis unter 45jährigen noch bis zum Jahr 2029 in unserer Region kontinuierlich an, sagte Dr. Philipp Liedl, Geschäftsführer des Steinbeis-Instituts für Angewandte Systemanalyse (STASA). Das STASA hat Regionale Standortfaktoren für den c-Port ermittelt.

Da es nicht leicht sei die relativ hohe Zahl junger Menschen in der Region zu halten und zum Beispiel die Abwanderung in die großen Universitätsstädte zu verhindern, gelte es besonders die gut ausgebildeten junge Fachkräfte in die Region zurückzuholen, forderte Liedl. Dafür seien umfangreiche Marketingmaßnahmen nötig sagte er in Richtung der anwesenden Wirtschafts- und Kommunalvertreter.

Damit die Arbeitgeber in der Region attraktiv werden, seien zudem weiter Anstrengungen nötig, räumten auch Dr. Michael Hoffschroer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, und Ludger Wester, Ausbildungs- und Fachkräfteberater bei der Industrie- und Handelskammer zu Oldenburg, ein. Sie diskutierten mit Liedl über die richtigen Maßnahmen,wie sich junge Leute in die Region zurückholen ließen.

Zum Anwerben von Fach- und Führungskräften empfahl Barbara Liebermeister die Prioritäten zu überdenken. Die Gründerin und Leiterin des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter berät als Managementexpertin großen Konzerne und Unternehmen in solchen Fragen. Etliche Unternehmen rekrutierten vor allem Hochschulabsolventen, die fleißig lernen würden und daher gute Noten hätten. Dabei sollten sie mindestens ebenso darauf achten, ob jemand ein guter „Menschenversteher“ sei, der auch gut führen könne. Empathie und die Fähigkeit, sich zu vernetzen seien besonders in der zunehmend digitalisierten Wirtschaft zum Teil wichtiger als Fachwissen.

Ein Plus für die Region ist die hohe Verfügbarkeit regenerativer Energiequellen. Der Energiemarkt wird sich rasant verändern prognostizierte Michael Heidkamp, Vertriebsvorstand beim Energieversorger EWE. Er erläuterte mit welchen Veränderungen Unternehmen rechnen müssen und wie sie am besten von nicht mehr aufhaltbaren Entwicklungen profitieren können. Wer sich nicht frühzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen einstelle wird auf lange Sicht am Markt nicht bestehen können.

Das IndustrieForum war Auftakt der zweitätigen Gewerbeschau Nordschau am 16. und 17.April im c-Port.

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